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Analoge Filme digitalisieren (2/2)

Anders als bei anderen gibt es bei mir keinen so üppigen Fundus an alten Negativen oder gar Dias, bei denen sich eine Digitalisierung wirklich lohnen würde. Auch sind manche Farbnegative in keinem guten Zustand.

Allerdings produziere ich durchaus auch heute noch eine gewisse Menge »analoge« Fotos. Farbige lasse ich meist entwickeln und direkt digitalisieren. Dafür gibt es Experten, die auf durchaus bezahlbare Art und Weise eine wunderbare Arbeit abliefern, beispielsweise Jörg Bergs in Hürtgenwald. Obwohl seine Firma auch S/W-Filme hervorragend bearbeitet, mache ich das gelegentlich selber.

Fa Bergs

Wobei die Frage ist, warum? Eigentlich habe ich dafür nur den Grund, dass ich gerne mit einer Olympus PenFT fotografiere, die genau so alt ist wie ich selbst. Ausprobiert habe ich dabei zwei Methoden.

Mit dem Durchlicht-Scanner

Ich nenne einen Epson Perfection 2480 Photo mein eigen. Seit den nuller Jahren... Das Teil hat eine Durchlichteinheit, die mit xsane unter Linux ganz ordentlich funktioniert. Bei einer Auflösung von immerhin 2400 dpi. Das Verfahren ist allerdings zeitraubend und nervig. Noch dazu macht der Scanner ein Geräusch, das das gesamte Umfeld einschließlich meiner selbst in einem Maße nervt, dass ich mir das abgewöhnt habe. Darüber hinaus bleibt einem die aufwändige Bearbeitung der Rohscans nicht erspart. Die Bilder sind am Ende aber ganz hübsch. Wenigstens wenn man die Negative von Staub, Fusseln und Fettfingern frei hält. Aber das gilt ja generell.

Scanner ...

Mit der Digitalkamera

Bis vor Kurzem hatte ich eine D700, eine bezahlbare Nikon mit einen Sensor im Kleinbildformat. Dies Format, da ich außer mit der PenFT auch noch mit einer Nikon F80 auf Film fotografiere. Die vorhandenen Objektive passen an beiden. ;) Allerdings war mir die D700 etwas zu alt, so dass sie vor kurzer Zeit einer etwas jüngeren D610 gewichen ist.

Digitalkamera vom Dia

Unter den Objektiven gibt es auch ein Makro-Objektiv mit 60 mm Brennweite. Für diese Brennweite gibt es von Nikon ein Set, das über eine kleine Mattglasscheibe und einen Schlitz für einen Film- bzw. Diahalter verfügt. Am anderen Ende ist ein Objektivgewinde, das auf das genannte Objektiv mit 62 mm Gewindedurchmesser aufgeschraubt werden kann. Mit einem Adapterring kann das Ganze auch an andere Gewinde angepasst werden. Die dabei veränderten Abstände können ausgeglichen werden, der vordere Teil mit der Mattscheibe kann verschoben und mit einer Rändelschraube fixiert werden. Das Set heißt »Nikon ES-2 Filmdigitalisierungsadapter«. Man könnte sowas auch aus schwarzer Pappe basteln, wozu ich jedoch zu faul war.

In der Regel verarbeite ich damit s/w-Material. Dazu brauche ich sonnige Tage, da ich zur Ausleuchtung keine künstliche Lichtquelle besitze. Die Blende des Objektivs wird dabei relativ weit zugemacht - meist auf 11 - und das Ganze nach Sicht händisch scharfgestellt; der Autofokus verschluckt sich bei dieser Anordnung. Da das Ganze starr ist, braucht man sich über längere Belichtungszeiten keine Sorgen zu machen. Damit fotografiere ich einen 36er Film in ca. 10 Minuten ab. Bei Material von der PenFT hat man natürlich zwei Negative pro Digitalbild.

Digitalkamera vom Negativ

Die Daten von der Kamera bearbeite ich am Rechner weiter. Angefangen mit geraderücken und schneiden, dann die eigentliche Bildbearbeitung. Nach dem Invertieren sieht das Bild aus wie ein Papierabzug von 1920. Ich muss je nach Qualität der Aufnahme hauptsächlich mit Helligkeit und Kontrast nach Sicht spielen. Und dabei im Hinterkopf behalten, dass mein Monitor etwas schwammig ist. Im Großen und Ganzen klappt das aber ganz gut. Das Trägermaterial von s/w-Filmen ist leicht bläulich. Das kann man bei der Aufnahme schon loswerden, wenn man einen Amber-Farbfilter dazwischenschaltet.

Natürlich geht das Ganze auch mit Farbmaterial. Das mache ich aber nur mit Dias, da farbiges Negativmaterial in der Nachbarbeitung für meinen Geschmack zu aufwändig ist. Selbst wenn man mit einem Hellblau-Filter das Orange des Trägermaterials schon bei der Aufnahme ausschaltet. Es gibt wie gesagt Profis, die für nicht allzu üppiges Salär einen hervorragenden Job machen.

Fazit

Man kann das machen... Allerdings ist aus meiner Sicht der einzige wirklich wichtige Grund, altes Material aus der Zeit vor der Digitalfotografie in die Gegenwart und Zukunft zu retten.

Heutzutage mit einer mechanischen Kamera auf Film zu fotografieren ist trotz des Hypes, der darum gemacht wird, nicht so richtig sinnvoll. Ich mache das eigentlich eher aus Spaß an alter Technik. Aus dem gleichen Grund koche ich auf dem Campingplatz auch auf einem Petroleumkocher und mache abends Licht und Wärme mit einer Petromaxlampe. Die F80 habe ich schon länger; sie löste seinerzeit eine Praktica 1000 TL ab; DSLRs waren mir zu der Zeit noch zu teuer und meine Tochter wollte den Umgang mit einer SLR lernen.